August 18th, 2008
Willkommen bei WE-type.de, dem Nintendo Wii-Blog! Dem Nintendo Wii-Blog? Aber es ist doch “just another fucking Nintendo Wii-Blog”! Falsch! Es ist der Nintendo Wii-Blog von Julian Flügge, also mir! Schließlich muss auch ich meine spaßigen, spannenden und spektakulären als auch ärgerlichen und enttäuschenden Erfahrungen mit dieser besonderen Konsole einfach mal loswerden.
Sowohl als Computerspieler (Commodore 64 und Amiga, Atari ST, PC) als auch Konsolero (Atari VCS, PC-Engine, Playstation, Xbox) habe ich seit meiner Kindheit alle möglichen Erfahrungen mit Computer- und Videospielen und deren dazugehöriger Technik machen dürfen. Doch ich muss gestehen: Abgesehen von der ersten Gameboy-Generation habe ich über Mario & Co, sprich Nintendo, keine Erlebnisse zu berichten. Mir war das bisher alles zu sehr auf Kinder und Familie gemünzt. Mag es an meinem fortgeschrittenen Alter liegen: Als die ersten Berichte über die neue Nintendo Wii und seiner revolutionären Bedienungsart zu lesen waren, wurde ich neugierig. Und da ich grad Geld über hatte, beschloss ich, mir das Teil zu besorgen. Die Erfahrungen, die ich seitdem mit der Nintendo Wii gemacht habe, könnt Ihr in diesem Blog nachlesen. Über Feedback in Form von Kommentaren – egal ob gut oder schlecht – bin ich immer glücklich. Bitte habt jedoch Verständnis, dass ich aus Schutz vor Rechtsverletzungen die Kommentare stets erst freigeben muss. Ich verbleibe erstmal mit: Viel Spaß beim Lesen!
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August 23rd, 2008
Ab zu Media Markt. Oder war es Saturn? Amazon vielleicht? Egal, jedenfalls war es November, kalt und nass. Zeit für gemütliches Zuhause. Auf dem Sofa sitzen, Nintendo Wii spielen. Mit der Konsole gleich noch einen zweiten Controller inkl. “Wii Play” dazu. Schließlich gehört die Couch ja auch meiner Frau…
Auf dem Nachhauseweg mit dem Auto und der Wii im Kofferraum holte ich meine Frau ab. Stolz berichtete ich von dem schönen neuen Gerät, welches ich mir von meinem - ich wiederhole: meinem - Geld besorgt hatte.
“Was sollen wir denn damit? Wieso gibst Du das Geld dafür aus? Wir haben doch schon eine Playstation 2!”
Weiber! War ja wohl mein Geld! Weiterhin mit Stolz trug ich meinen Schatz (die Wii) durch das Treppenhaus bis in die Wohnung, stets begleitet von kopfschüttelnden Beschwerdetiraden meiner Frau. Diese setzten sich fort, während ich die Wii auspackte und an den Fernseher anschloss. Nach dem ersten Anschalten wurde das Gezehter etwas leiser. Es änderte sich in Verwunderung, weil ich mit dem Wii Controller bereits grinsend in der Luft fuchtelte, um die ersten Einstellungen im Wii-Menü vorzunehmen. Uhrzeit, Internetverbindung per WLAN - alles kinderleicht. Das erste Update war auch schnell erledigt. Im Prinzip also alles startklar für die erste Begegnung mit meinem “Mii”, meiner virtuellen Spielfigur, mit der ich so manches Spiel bestreiten sollte.
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August 24th, 2008
Bevor es ans Spielen geht, muss bei der Nintendo Wii erstmal eine Spielfigur her. Dieser, diese oder dieses so genannte “Mii” kann in allen Spielen verwendet werden, in ihm werden Fortschritt und Statistiken zu den einzelnen Spielen gespeichert. Doch ein Mii ist nicht bloß ein Träger von Zahlen und Daten. Er ist die Persönlichkeit, der Charakter, mit der man sich gegen Computergegner und menschliche Widersacher weltweit messen kann. Entsprechend spaßig ist die Erstellung eines Mii. Und leicht von der Hand geht es auch. Mit wenigen Handbewegungen und Knopfdrücken ist die Figur erstellt. Großer Kopf, kurze Haare, runder Körper, blauer Pulli: Mein Mini-Mii! Ein bisschen kindisch schaut er schon aus. Nintendo halt. Aber irgendwie putzig.
“Wie süß! Sowas will ich auch!” strahlt mich meine Frau Pati prompt mit leuchtenden Augen an.
Weiber! War ja klar. Sooo falsch scheint die Investition dann ja doch nicht gewesen zu sein. Also gleich noch ein…nein, in diesem Fall eine Mii für meine bessere Hälfte erzeugt: Kleiner Kopf, lange Haare, schlanker Körper, roter Pulli, und Sonnenbrille! Das ganze schaut aus wie Guccis Enkelin born in Mailand. Pati ist verzückt! Sehr schön, die Argumente für den Kauf scheine ich gar nicht mehr in den Raum werfen zu müssen. Das erledigt sich alles von allein. So, nun will ich aber endlich mal spielen!
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August 24th, 2008
Jetzt aber endlich spielen! “Wii Sports” also ausgepackt, eingelegt und gestartet. Tennis ist angesagt: Aufschlag! Die Wii-Mote (der Controller) wird wie beim echten Servieren einfach von unten nach oben (Ballwurf), danach von oben nach unten (Schlägerschwung) geschwungen. Denkbar simpel! Auch das Schlagen während des Ballwechsels geht intuitiv von der Hand. Generell muss man sich nur auf das Schlagen konzentrieren. Zum Ball laufen tun die Spielfiguren von allein. Nach ein paar Ballwechseln gegen den Computer meldet sich auch schon Patti zu Wort:
“Ich möchte!”
Also gleich mal das Spiel zu zweit testen. Beide stehend zwischen Sofa und Fernseher, feuern wir uns die Bälle um die Ohren. Ganz großes Tennis! Leider ist unser Wohnzimmer nicht das Größte, weshalb wir uns bei gleichzeitigem Vorhand- und Rückhandschwung nebeneinanderstehend schnell in die Quere kommen. Bald finde ich jedoch heraus, dass ein kurzes Handgelenkzucken den gleichen Effekt hat wie ein schulmäßig ausgeführter Armschwung. So 100%ig dreidimensional kann die Wii-Mote also nicht messen. Oder das Spiel ist familientauglich und tolerant programmiert. Ist schließlich keine Simulation. Das merkt man auch daran, dass stets nur Doppelpartien möglich sind. Der Computer übernimmt dabei die Rolle der Spieler, die nicht von Menschenhand gesteuert werden. Leider gehören die Computerspieler nicht zu den engagiertesten Mitspielern. Allzu oft passiert der Ball den am Netz stehenden Kollegen, ohne dass er auch nur ansatzweise Anstalten unternimmt, den Ball zu spielen. Auch schade: Es gibt keine Gewinnsätze. Lediglich maximal drei Spiele hat jede Partie. So sind die Matches schnell vorbei. Casual Tennis halt für den Hunger zwischendurch. Spaß macht es trotzdem! Nach der Pause geht’s weiter mit Baseball, Golf, Bowling und Boxen…
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August 25th, 2008
Tennis ist nur das erste Spiel auf der “Wii Sports”-Liste. Baseball mit Schlagfrau Pati und Pitcher Julian hat auch seine Reize. Allerdings ist das Schlagen weitaus reizvoller als das Werfen. Erst, wenn man mit einem wilden Schwung der Wii-Mote den Ball über die Tribüne zum Homerun bugsiert, kommt so richtig Freude auf.
Auch Bowling schockt nicht wirklich, scheint hier doch die Abfrage der Wii-Mote etwas missglückt zu sein. Die Kugel scheint sich manchmal wie auf magische Weise aus der Hand der Spielfigur auf die Bahn zu teleportieren.
Gleiches gilt beim Golf. Das Putten gestaltet sich zuweilen schwierig, weil die Wii-Mote zu spät auf die Bewegung anspricht. Plötzlich feuert man den Ball ungewollt am naheliegenden Loch vorbei über das gesamte Grün, um anschließend doppelt soweit vom Ziel entfernt zu sein als vorher. Dennoch: Bis es zum Putten geht, macht das Abschlagen eine Menge Spaß. Begleitet von relaxtem Vogelgezwitscher eignen sich die Greens hervorragend zur Stressbewältigung.
Boxen ist nur mit einem Nunchuk-Controller spielbar. Diesen mussten wir uns erstmal besorgen - zweimal natürlich. Macht zusammen satte 40€. Aber ohne das Ding schockt eine Wii auch nur mindestens halb so doll. Denn allein Boxen ist das Nunchuk-Geld wert. Wii-Mote und Nunchuk dienen quasi als Boxhandschuhe. Schlagen und Blocke, ja sogar ausweichen nach hinten und zur Seite sind möglich. Welch ein Spaß! Und scheißanstrengend! Nach drei Runden à 2 Minuten kommt man richtig ins Schwitzen. Und der Muskelkater am nächsten Tag beweist, dass man wirklich etwas getan hat…
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August 28th, 2008
Eine Wii hinterlässt Spuren. Die Konsole unter dem Fernseher, die Controller unter dem Wohnzimmertisch. Klar, dass der 7jährige Sohn Alexander unserer Freunde Claudia und Thorsten die Teile ohne Probleme als etwas “nintendisches” identifizierte:
“Wow! Ihr habt ja eine Nintendo Wii! Darf ich die mal ausprobieren?”
Klar durfte er!
In der Wii-Anleitung und in der Presse ist zu lesen, dass es unbedingt empfehlenswert sei, die Wii-Mote mit der Schlaufe am Handgelenk zu befestigen, weil das Steuergerät allzu gern aus einer schwitzigen Hand in Fernseher oder andere zerbrechliche Gegenstände fliegen könne. Die Wichtigkeit dieser Insturktion konnte ich erst jetzt nachvollziehen. Denn Alex ging beim Wii Sports-Boxen so dermaßen ab! Wir mussten ihn gefühlte 312 mal darauf aufmerksam machen, dass er beim Zuhauen mit einer geschätzten Frequenz von 10 Schlägen pro Sekunde nicht direkt in den Fernseher schlagen solle. Sowohl sein Vater Thorsten als auch ich versuchten übrigens mit fachmännischer Disziplin (Schlagen, Deckung, Ausweichen), das junge Boxtalent zu besiegen. Keine Chance! Das üble war: Wenn wir Alten auch einfach mal drauflosdroschen, ging uns nach ca. einer Minute die Puste aus. Dem Kleinen nie! Vielleicht war es auch einfach zu schweißtreibend, ihn ständig am Pullover zu packen, um so eine Implosion der Bildröhre zu vermeiden. Immerhin musste Alex die nächsten Tage tapfer sein: An den Muskelkater wird er bestimmt noch länger zurückdenken, als an die Triumphe gegen die beiden Schwächlinge!
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August 31st, 2008
Er wirbelte durch die Presse wie Mario bis dato durch die Levels seiner Mario-Spiele, stets auf der Suche nach seiner Dauerliebe, Prinzessin Peach: Der neueste Spross, „Super Mario Galaxy“, erzielte in allen Kritiken Bestnoten und wurde teilweise als das beste Videospiel angepriesen. Klar, dass ich das sogleich mal austesten musste – und wollte! Allerdings stolperte ich nicht gleich ins nächstgelegene Kaufhaus, um mir ein Exemplar zu sichern. Nein, ich war schlauer! Ich setzte es auf die Wunschliste für Weihnachten. Denn nur in den Weihnachtsferien würde ich überhaupt die Zeit haben, mich ausgiebig mit Mario zu beschäftigen. Natürlich weihte ich meine Frau Patti so ausführlich in den Plan nicht ein – sonst wäre mein Wunsch wohl nicht in Erfüllung gegangen. So jedoch fand ich Super Mario Galaxy auf dem weihnachtlichen Gabentisch. Und selbstverständlich wurde es in der ersten freien Minute in die Wii gesteckt.
Vom ersten Hüpfer an war klar, dass hier etwas ganz besonderes in der Konsole steckte. Welch ein fantastisches Feuerwerk an Ideen die Entwickler auf dem Silberling untergebracht haben! Man hat stets den Eindruck, als wurde während der Fertigstellung ausgiebig mit Drogen experimentiert – oder mit Mario-Pilzen? Darauf lässt zumindest die bonbon-bunte Gestaltung der Planeten und sonstigen Spielwelten schließen, durch die man als Spieler wie im Rausch wandert, während man den Spielspaß inhaliert. So gingen Weihnachten und Neujahr durchs Land, während ich mich in einer anderen Galaxie befand, die sich auf 1m Bildschirmdiagonale Plasmabildschirm abspielte. Gut, dass meine Frau noch da war, als ich Prinzessin Peach befreit hatte und mich blinzelnd umsah.
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August 31st, 2008
Schon auf dem Gameboy zockten meine Zivi-Kollegen und ich damals anno 1993 einer nach dem anderen „Legend of Zelda – Link’s Awakening“ durch – auf einem einzigen Gameboy, im Rotationsprinzip. Später zog mich „Ocarin of Time“ in ihren Bann: Auf meinem PC spielte ich es auf dem damals sensationellen, weil erstem N64-Emulator „UltraHLE“ mit Begeisterung. Daher war klar, dass ich Zelda auch auf meiner Wii retten musste. Besonders gelungen dabei die namensgebende „Twilight Princess“, die zwielichtige Prinzessin, die unsere Spielfigur Link mit sarkastischen Kommentaren zur Seite steht. Nicht zu vergessen, dass natürlich mal wieder eine tolle Geschichte rund ums Gute und Böse erzählt wird. Die Mischung Action-Adventure mit vielen Nebenaufgaben und zahlreichen Rätseln, im Zusammenhang mit aufregender Handlung und toller Spielbarkeit fasziniert immer wieder aufs Neue. Beeindruckend, wie die Entwickler es immer wieder schaffen, mit jeder Folge einen draufzusetzen, ohne altes Essen wieder aufzukochen.
Klar auch, dass das Spiel dabei die technischen Möglichkeiten, insbesondere die des Wii Mote-Controllers, beherzt ausreizt. Schwerthiebe werden direkt durch Fuchteln mit dem Steuergerät ausgeführt. Sehr fordernd, sehr spannend, sehr spaßig! Allerdings bin ich leider häufig beim Wechseln von Waffen und Gegenständen und Feuern von selbigen mit den Tasten durcheinander gekommen. Bisher zumindest. Vielleicht bringen mich ja 20 weitere Stunden Spielzeit näher an mein Ziel, nicht mehr die Armbrust wegzustecken, anstatt die vor mir aufgetauchte Riesenspinne zu erlegen.
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August 31st, 2008
Als ich damals als freier Redakteur auch mal für die Zeitschrift „Computerbild Spiele“ in der Redaktion tätig war, versammelten sich eines Tages alle Köpfe der Redaktion um den Fernseher eines Kollegen, bei dem „Resident Evil 4“ auf dem Nintendo Gamecube lief. Einerseits war es damals eine Sensation, dass so ein Horrorgame überhaupt auf der familienfreundlichen Konsole von Nintendo die Freigabe erhalten hatte, und das Spiel dazu noch exklusiv nur für diese Maschine erhältlich war. Zum anderen war „Resi vier“, wie es von da an von allen liebevoll genannt wurde, einfach nur geil. Ich hatte mir schon überlegt, es mal mit einer Nintendo-Konsole auszuprobieren. Doch als es dann nach einem dreiviertel Jahr (gefühlte vier Jahre) für die PS2 erschien, wollte ich es irgendwie nicht mehr. Jetzt mit der Wii sollte alles anders werden und „Resident Evil 4: Wii Edition“ sollte mein werden.
Als ich es der Konsole zum Füttern gab, spielte es nur kurz an. Denn es war schlecht. Also, die Steuerung. Und die veraltete Grafik. Und überall diese finstere Stimmung. Und die bösen, zombie-artien Bauern, die mich ständig angriffen. Dabei war es draußen schon dunkel!!! Mit anderen Worten: Das Spiel ist wirklich einfach nur geil…bestimmt…und ich zu feige…wahrscheinlich. ‚Besser, wenn es hell ist draußen…’, dachte ich mir. Seitdem vergingen die Tage mit Mario, Zelda, Wii Sports, bei Nacht, Tag, Regen, Sonnenschein. Doch „Resi vier“ blieb im Regal stehen. Doch eines Tages, an einem besonders hellen Tag, wird es seinen Weg in die Wii machen. Mit Sicherheit…
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August 31st, 2008
Mittels Internetzugang über WLAN kann man nicht nur das Wii-Betriebssystem auf dem neuesten Stand halten oder sich mit anderen Miis per Chat unterhalten oder Fotos tauschen. Nintendo bietet zudem die Möglichkeit, de „Wii-Shop-Kanal“ zu besuchen, um darüber zusätzlich Spiele und Software herunterzuladen und direkt auf der Konsole zu installieren. Bezahlt wird per „Wii Points“. Diese kauft man per bare Euro-Münze in allen Läden, die Nintendo-Produkte verticken. Oder eben auch direkt per Kreditkarte direkt im Wii-Shop-Kanal“.
Im Shop-Bereich „Virtual Console“ findet der erfahrene Computer- und Videospieler alles, um seine nostalgischen Gefühle anzuheizen: Alte Klassiker im Original für alte Nintendo-Systeme als auch andere Videospiel-Konsolen der Vergangenheit. Sogar Titel für die „PC Engine“ von NEC und für den guten alten Heimcomputer Commodore C64 sind dort zu finden. In meinem Nostalgie-Wahn löste ich von meinen 5000 Wii-Points im Wert von 50€ innerhalb kürzester Zeit die Hälfte ein und installierte unter anderem „Super Mario Bros 3“, „Paradroid“, „World Games“ und „R-Type“. Nach circa 10 Minuten kurzem Schwelgen in alten Zeiten merkte ich, dass der wahre Spielreiz nach über 20 Jahren (gefühlte zwei) doch merklich gesunken war. Die Weiterentwicklungen in Sachen Grafik, Sound und Gameplay haben leider doch ihre Spuren an den alten Klassikern hinterlassen. Eine traurige und zugleich teure Erkenntnis.
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August 31st, 2008
Vielleicht, dachte ich, verstaubte Resi vier auch deshalb im Regal, weil mir etwas an der Steuerung fehlte. Etwas handfestes…eine Wumme zum Beispiel! Schließlich metzeln in den Zombiefilmen wie „Dawn of the Dead“ oder „28 Days Later“ die Protagonisten auch mit etwas Handfestem in den Händen wie Schrotflinten, Uzi oder Panzerfäusten die Untoten nieder. Und haben dabei stets ein Grinsen im Gesicht! So etwas wollte ich auch! Also mal kurz bei Amazon vorbeigeschaut, nach „Wii Panzerfaust“ (oder so ähnlich) gesucht, und „Link’s Crossbow Training (inkl. Wii Zapper)“ bestellt. Kaum eingetroffen, baute ich das Gerät zusammen, und kam mir dabei zumindest schon mal wie John Malkovich in „The Line of Fire“ vor, als er sich seine Pistole aus Plastikteilen zusammenfügte.
Da es draußen schon wieder dunkel war, testete ich den Zapper doch erstmal mit dem beiliegenden „Crossbow Training“, in dem ich mit der Plastikarmbrust auf die üblichen Gegner aus dem Link-Universum ballerte. Schon ganz spaßig, besonders meine Frau war von der Monsterhatz sehr angetan. Mir aber fehlte im Spiel irgendwie die richtige Waffe à la Resi vier dazu. Also warten, bis es hell würde.
Am nächsten Tag herrschte heller Sonnenschein draußen, die perfekte Atmosphäre, um bei Resi vier entspannt auf Zombiejagd zu gehen. Leider zu früh gefreut, denn was ich nicht bedachte: Die Taste, die bei Resi vier den Schuss auslöste (Button A), war nicht derselbe, der durch den Abzug beim Zapper (Button B) ausgelöst wurde! Somit war der Zapper bei Resi vier schlichtweg nicht benutzbar! Immerhin musste Resi vier von nun an nicht mehr allein im Regal verstauben – zumindest so lange, bis eine Ersatzwaffe am Start wäre.
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August 31st, 2008
Mittels Wii Remote und Nunchuk lässt sich bekanntermaßen bereits ein beachtlicher Muskelkater fabrizieren. In den USA soll es sogar dicke Kinder gegeben haben, die erst mit der Nintendo Wii dazu bewegt werden konnten, ein paar Kilo abzunehmen. Spiel und Spaß in Kombination ist halt noch der beste Kalorienkiller.
Nintendo setzt mit der rund 80€ teueren „Wii Fit“ noch einen drauf: Auf einem Plastikkasten stehend lassen sich damit Übungen durchführen, wobei der Körperschwerpunkt erfasst und Bewegungsänderungen auf das jeweilige Spiel übertragen werden. So gibt die Bereiche Yoga, Muskelübungen, Aerobic und Balancespiele, die allesamt zum Wohlbefinden von Körper und Geist beitragen sollen.
Auch ich habe mich auf das weiße Ding gestellt. Praktischerweise (oder sollte ich besser ironischerweise sagen) übernimmt das Spiel meinen Mii und überträgt nach einer anfänglichen Messung von Gewicht und Fitness die entsprechenden Daten auf die Spielfigur: Mein Wii Fit-Alter wurde entsprechend mit 45 Jahren bewertet (in Wirklichkeit bin ich 35!), und die Körperstatur meines Miis zeigte sich recht mollig. Also ‚Auf das Brett, fertig, los!’ dachte ich mir: Zu Beginn stehen in den einzelnen Bereichen noch wenig Übungen zur Auswahl. Erst, wenn man insgesamt immer mehr Fitness-Minuten sammelt, werden weitere Übungen frei geschaltet.
Die Disziplinen sind teils anstrengend, teils spaßig, größtenteils sogar beides. Jedenfalls steigen zumeist der Puls und der Schweißfluss. Die Zielsetzungen und deren Bewertung stoßen zuweilen allerdings auf fragende Blicke. Wenn man als „Yoga-Meister“ betitelt wird, nur weil man zwei Punkte auf dem Bildschirm in einem bestimmten Bereich hält, anstatt dass die korrekte gesamte Körperhaltung bewertet wird, kommen schon Zweifel auf. Zweifellos ist jedoch eines: Auch Zuschauer und somit die Nachbarn haben ihren Spaß. Die Verrenkungen und das Rumgehopse vor dem Fernsehschirm sorgt mit Sicherheit für Belustigung.
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